Wie kommt der Honig ins Glas?

Honig ist eine besonders appetitliche Angelegenheit und die meisten Menschen können einem köstlichen Honigbrot kaum widerstehen.

Mich erreichen immer wieder viele Fragen rund um das Thema der eigentlichen Herstellung und wie der Honig aus der Wabe ins Glas kommt. Auf ein paar dieser Fragen möchte ich an dieser Stelle gerne genauer eingehen.

Vor der Ernte muss zunächst der Wassergehalt des Honigs bestimmt werden. Hieran erkennt man sozusagen seine Reife. Im Bienenstock verdunstet das Wasser im Honig und dabei muss der Wassergehalt unter 18% sinken, bevor die Ernte stattfinden kann. Ein höherer Wassergehalt sorgt dafür, dass bei der Lagerung eine Gärung einsetzt. Damit ist er nicht mehr verkehrsfähig und darf nur noch als Back- oder Industriehonig eingesetzt werden. Zum Messen des Wassergehalts kommt ein sogenanntes Refraktometer zum Einsatz.

Schleudern und Sieben

Um den Honig nun aus der Wabe zu bekommen, muss diese geschleudert werden. Eine spezielle Schleudermaschine zieht den Honig mittels Zentrifugalkraft aus den Waben heraus und sammelt ihn hierbei in einem Auffangbehälter. In diesem Zusammenhang liest man hin und wieder „kalt geschleudert“ auf Honiggläsern.

Dieser Hinweis ist an und für sich in der Form nicht zulässig und suggeriert nur scheinbare Qualität, denn Honig wird immer bei Raumtemperatur geschleudert. Das Gegenteil von „kalt geschleudert“ wäre „heiß geschleudert“ und ist nicht möglich, da das Wachs der Waben bei Erhitzung schmilzt und sich mit dem Honig vermischen würde. Das flüssige Wachs lässt sich dann aber nicht mehr vom flüssigen Honig trennen. Daher wird der Honig immer kalt geschleudert und derartige Hinweise auf den Gläsern sind nicht sinnvoll.

Nach dem Schleudern befinden sich aber auch immer Wachsreste in Form von kleineren Klümpchen im Honig. Um das Wachs der Waben zu entfernen, wird der Honig mithilfe eines feinen Nylon-Gewebes doppelt gesiebt. Auf diese Weise werden auch weitere Rückstände, welche sich möglicherweise noch im Honig befinden, entfernt. Der Honig, den man hier nun erhält, ist flüssig und wird anschließend nicht abgekocht, da es sich um ein reines Naturprodukt handelt.

Die Konsistenz des Honigs

In einem weiteren Schritt wird der Honig nun gerührt. Hier entscheidet sich dann auch die Konsistenz des späteren Produktes. Sobald der Honig leicht trüb wird, beginnt er zu kristallisieren und man kann mit dem Rühren beginnen. Hierdurch werden die kristallförmigen Strukturen zerschlagen und man erhält einen cremigen Honig, der nicht mehr flüssig ist. Erst jetzt kann er in Gläser abgefüllt werden.

Für die Konsistenz ist ferner entscheidend, welche Form von Zucker der Honig besitzt. Fruktose kristallisiert langsamer und so ist der Honig flüssiger, als mit einem hohen Anteil an Glukose. Hier hat er eine wesentlich festere Konsistenz, da Glukose schneller kristallisiert. Welche Zuckersorte jedoch im Honig ist, wird dadurch entschieden, welche Blüten von den Bienen angeflogen wurden. So produzieren beispielsweise Rapsblüten mehr Glukose als Tannenblüten, weshalb der Rapshonig eher fest und Tannenhonig flüssig ist.

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