Unser neues Heim

Mitten im Sommerurlaub bekomme ich einen Anruf von einem der vielen beauftragten Makler.

„Ich habe da ein Baugrundstück für Sie.“

Schnell frage ich die Rahmenbedingungen ab und vereinbare einen Termin. Mir wird nicht verraten wo das Grundstück ist, der Makler will sich unbedingt vor dem Termin mit mir treffen und gemeinsam hinfahren. Meine Frau wird skeptisch aber ich bleibe dran. Am Tag der Besichtigung sagt der Makler sein kommen ab und verrät mir nun doch die Adresse. Ich fahre also alleine hin.

Eine kleine Pflasterstraße führt mich direkt zu dem Grundstück. Das muss es sein. Ein alter rostiger Zaun und undurchsichtiges Dickgicht versperren den Blick. Ich parke das Auto und klettere über den Zaun. Als erstes kämpfe ich mich durch Gestrüpp und hohes Gras bis zur anderen Grundstücksgrenze. Wow, freier Blick auf eine Kuhweide die in einem sanften Hügel in Felder und Wald übergeht.

Jetzt schlage ich mich weiter nach vorn durch und entdecke eingewachsene alte Schuppen, Zwinger, Volieren und Berge von Schrott und Müll. Alles ist zugewachsen und halb oder ganz eingefallen. Ich bin entsetzt. Wie kann man ein so schönes Grundstück so verwahrlosen lassen? Ich komme nicht weiter durch und laufe zurück. Auf der Straße laufe ich den Zaun entlang um zu sehen wie weit das Grundstück reicht. Zu meiner Überraschung entdecke ich da wie im Märchen ein verstecktes Haus hinter einer Wand aus Efeu.

Das überrascht mich. Die Doppelhaushälfte hatte der Makler gar nicht  erwähnt. Ich lief die zugewachsene Einfahrt hinein und begutachtete das Haus. Es schien schon lange unbewohnt. In diesem Moment als ich da so stand, vor mir das Haus, hinter mir die Kuhweide hatte ich das Gefühl

„das ist es“.

 

Ich habe mir in den letzten 2,5 Jahren neun Häuser angeschaut und nie hatte ich dieses positive Bauchgefühl. Jeder andere wäre bei dem Anblick von so viel Müll und Arbeit wahrscheinlich auf der Stelle umgedreht, ich aber war aufgeregt wie ein kleines Kind vor Weihnachten.

Altbau_sanierung_efeu_mauerwerk

 

Natürlich wollte ich jetzt nicht gehen ohne noch mehr über das Haus in Erfahrung zu bringen, also sagte ich Hallo bei den Nachbarn. Es folgte ein halbstündiges sehr nettes Gespräch. Zufrieden und aufgeregt fuhr ich Heim und berichtete alles meiner Frau.

Am nächsten Tag telefonierte ich mit dem Makler und vereinbarte eine Besichtigung.  Von dem was mich im inneren des Hauses erwartete ahnte ich noch nichts.

 

garten_altbau_muell

garten_altbau

 

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