Ist eine Wärmedämmung sinnvoll?

Kaum ein anderes Thema wird so viel diskutiert wie das nach der „richtigen“ Heizungsanlage. Die Wahl ist aber davon abhängig wie das Haus gedämmt ist. Bevor man sich also mit dem Thema Heizung befasst sollte man sich mit dem Thema Wärmedämmung beschäftigen. Dazu gibt es im Internet kontroverse Diskussionen und jeder hat eine andere Meinung. Da gibt es die EnEv Befürworter, die „ich mach das einfach“ Fraktion und die Konrad Fischer Jünger. Ich habe mir viel angeschaut und gelesen und bin jetzt der Meinung: Wir dämmen.

Warum Wärmedämmung für mich sinnvoll erscheint.

Momentan wohnen wir in einer Wohnung ohne Außenwanddämmung. Sobald man in die Nähe der Wände kommt, strahlen diese Kälte ab. Die Heizung läuft auf Stufe drei und dennoch erreichen wir nie ein angenehmes Raumklima. Die Temperatur ist meist um die 19.5 Grad, die Außenwände zw. 14 Grad in den Ecken und 17 Grad an der Wand. Dieses unbehagliche Gefühl erhoffe ich durch eine Wärmedämmung zu eliminieren.

Wir möchten gern in unserem Haus eine Flächenheizung mit niedrigem Vorlauf als Fußbodenheizung. Da wir darauf nur niedrige Temperaturen geben, vermute ich ohne Dämmung bekomme ich das Haus nicht warm. Für extrem kalte Tage wollen wir gern einen Kamin vorsehen.

Die Fassade und das Dach wird sowieso erneuert. Da unsere Fassade sowie die Fenster und das Dach sowieso erneuert werden, entstehen durch die Dämmung nicht erhebliche Mehrkosten wie bei einer intakten Fassade oder zu geringem Dachüberstand.

Diffusionsoffen Dämmen. Mir ist klar, dass ich mein Haus nicht in Styropor einpacken werde. Hier haben mich die Argumente von Herrn Fischer doch überzeugt. Ich möchte eine gesunde Lösung. Aller Voraussicht nach wird es eine hinterlüftete Vorhangfassade. Als Dämmstoff kann ich mir Thermohanf sehr gut vorstellen. Letztendlich wird aber auch der Preis mit entscheiden.

Wir haben ca. 120qm Fassadenfläche. Die Vorhangfassade kann ich zu großen Teilen allein anbringen um hier Kosten zu sparen.

Ich halte Euch auf dem laufenden und beschäftige mich mal mit der Heizung, der nächsten großer Frage.

7 Comments

  1. Lieber Herr Jacob,
    bevor sie Ihr sauer Erspartes sinnlos mit einer vergifteten Dauerbaustelle vergurken, ein Tipp:

    Knallen Sie EINE (nur ausgeliehene?) Dämmplatte Ihrer Wahl vor Ihre Fassade. Dann messen Sie ein paar mal die Innenwandtemperatur dahinter im Vergleich zu daneben mit einem IR-Thermometer (gibts für ca. 40 EUR im Fachhandel). Und dann entscheiden Sie.

    Und nur zum Spaß: Messen Sie die Temperatur außen an der Dämmoberfläche um Zwölfe und zur Mitternacht und vor dem ersten Hahnenschrei. Dann denken Sie über die selbst gemessenen Ergebnisse nach (kostet rein gar nix). Und dann entscheiden Sie, was Sie mit dem Gesparten alles Schönes einkaufen können. Denken Sie bitte auch an Ihre werte Frau unbekannterweise (soweit vorhanden).

    Herzlichst
    Konrad Fischer
    Dämmkritiker

    PS. Warme Stube geht anders, auch bei Ihnen.

    • admin Reply

      Hallo Herr Fischer,

      schön das Sie meinen Beitrag kommentieren. Ich habe jede Menge Videos über Sie gesehen und ihre Seite durchforstet. Vieles klinkt für mich logisch, einiges sehe ich anders.

      Wieso vergiften? Mit Holzfaserplatten bin ich ökologisch doch gut drann. Styropor kommt für mich nicht in Frage.
      Ihr Experiment würde natürlich so nicht funktionieren. 1. Heizen wir noch nicht und daher sind innen und außen eh kaum Temeraturunterschiede. 2. Neben 20qm ungedämmter Fassade hat 1qm gedämmte fassade doch keine Auswirkungen

      Ich habe auch nur 36er Mauerwerk. Bei stärkeren Wänden und der richtigen Heizung kann ich mir vorstellen uch ohne Dämmung die Stube warm zu bekommen. Mit unserem Heizkonzept (FB Heizung) kann ich mir einfach nicht Vorstellen ohne Dämmung ein angenehmes Raumkima zu bekommen.

      Vielleicht kennen Sie Referenzobjekte, einfaches 36er Mauerwerk, Fußbodenheizung, neue Fenster, Geschossdecke/Dach gedämmt, die ohne Wäremdämmung auf eine gute KW/qm Zahl kommen? Vielleicht noch abschließend diese Frage: Warum werden Energiesparhäuser nicht mit einfachen Ziegeln gebaut wenn die Dämmung keine Rolle spielt?

      viele Grüße nach Franken
      Marco Jacob

  2. Sehr geehrter Herr Jacob,
    offenbar haben Sie das Experiment nicht ganz verstanden. Wenn Dämmung eine Wirkung auf die Innentemperatur hätte, könnten Sie das sehr wohl positiv hinter einem angemessen großen Dämmfetzen messen. Meinetwegen knallen Sie 5 qm hin, aber einer sollte eigentlich genügen. Und in einer 24Stundenperiode können Sie sehr wohl ein sinnvolles Meßergebnis hinbekommen. Raumseits können Sie ja im ungeheizten Bau einen Heizstrahler so postieren, daß er die gedämmte Stelle und daneben erwischt. Soviel zum Mikroversuch.
    Zur FBHeizung: Wer sie hat, muß dafür zahlen. Vor ein paar Monaten war ein Beratungskunde aus Sachsen bei mir, der hatte im FBH-Raum kalt bei irrem Heizaufwand. Ich rate ab. Die Anheizdauer ist ein Anzeichen der Ineffizienz. Sie vergurken die Heizenergie in der Beschleunigung von Bodenmassen. Entscheidend für die Heizwirkung im Raum ist nur die Oberflächentemperatur. Und die fällt bei der FBH ziemlich unter die Temperatur des Heizrohrwassers ab. Verloren.

    Aber bitteschön, Sie glauben, was Sie wollen.

    Viel Erfolg damit!
    Konrad Fischer

  3. Interessant, wie andere das Thema angehen. Gerade bei alten Höfen ist es meiner Meinung nach immer noch mal eine andere Hausnummer. Wir haben uns für unseren Resthof nun gegen das Dämmen entschieden. Mal sehen ob wir damit glücklich werden 😉 …

    Viele Grüße!

    • admin Reply

      Oh ja – das hätten wir auch machen sollen – die Variante mit MW ist wohl nicht so ideal – zumindest mit dem Putz den wir drauf haben – wir haben nach Regen immer Wasserflecken an der Fassade an der Wetterseite.
      Ich denke für ate Häuser ist eine Dämmung schwer planbar.

      Beste Grüße

  4. Hallo,
    Ich renoviere gerade ein Haus aus den 30er Jahren und bin brennend daran interessiert wie es denn nun mit der Dämmung ausgegangen ist? Lohnt sich die Vorhangfassade? Schade, dass Herr Fischer nicht genau erklärt, welche Möglichkeiten besser wären.

    Gruß
    Sascha

    • admin Reply

      Hallo Sascha,

      das Thema hat für und wieder.

      1. Hätten wir nicht sowieso die ganze Fassade sanieren müssen, hätte ich es nicht gemacht. – Problem dabei wären die neuen Fenster gewesen.
      2. Der Aufbau muss stimmen. Wir haben Mineralwolle und leider hat die Firma den Oberputz nicht richtig gemacht. Jetzt haben wir nach dem Regen nasse stellen unter den Fenstern und die Putzstärke hätte auch viel stärker sein müssen.
      3. Im Nachhinein habe ich jetzt Ärger mit den Fehlern und weiß noch nicht wie ich die beheben kann. Neu Verputzen ist nicht im Budget.
      4. Es hat was gebracht. Ich Vergleich zum den Jahr ohne Dämmung und dem Jahr mit (wir haben leider erst ein Vergleichsjahr) konnten wir rund 1/4 bis 1/3 der Heizkosten sparen. Das bedeutet die Kosten für die Dämmung sind in 5 Jahren amortisiert.

      Beste Grüße

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